Ach, Kartoffelgratin fotografieren ist für mich eine kleine Pest – es sieht nämlich immer dunkler aus als im Original. Das war im Kochbuch auch bei dem Rezeptfoto für Janssons frestelse so. Seufz.
Apropos Janssons frestelse: Das ist ja ein Klassiker auf dem schwedischen Julbord, der eigentlich nicht fehlen darf, aber wenn dann außerdem auf jeden Fall köttbullar und julskinka (Weihnachtsschinken) stilecht dazu gehören, finde ich, dass ein Kartoffelgratin ohne Anchovis (filetierte, gesalzene und sogar fermentierte Sardellen) dazu echt besser passt. Versteh mich nicht falsch, ich mag Janssons, aber eben nicht zu Fleisch.
Darum jetzt und hier mein allerliebstes Rezept für ein Kartoffelgratin mit dem kleinen Extra, um die Auswahl auf deinem schwedischen Weihnachtsbüfett noch facettenreicher zu gestalten. Meine Familie liebt es einfach!
Tipps:
- Vegetarier lassen den Bacon einfach weg. Ketarier nehmen anstelle der Kartoffeln Rettich (die Scheiben dann bitte aber blanchieren, damit die Schärfe rausgeht, und hinterher gut abtropfen). Bei der veganen Alternative bin ich leider ratlos, ob es Ersatzprodukte gibt, die das geschmacklich echt stemmen können.
- Auf den Weißwein kann natürlich ersatzlos (!) verzichtet werden.
- Anstelle des Gorgonzolas könnte auch ein Roquefort, Stilton oder Bavaria Blue verwendet werden.
- Auf mein Kartoffelgratin kommt kein geriebener Käse, es ist ja schon Gorgonzola drin. Das kannst du aber natürlich anders machen, an der Garzeit und dem Abdecken des Kartoffelgratins beim Garen ändert sich dadurch nichts.
- Das Gratin lässt sich übrigens schon am Vortag vorbereiten und am großen Tag aufwärmen. Deck es dabei jedoch mit Alufolie ab, denn die richtige Farbe hatte es ja bereits beim ersten Backen angenommen.
Kartoffelgratin mit Gorgonzola & Bacon
Die Menge reicht für eine mittelgroße Auflaufform.
Zutaten
- 100 g Bacon
- 1 TL Butterschmalz oder natives Olivenöl
- 1 kleine Zwiebel
- 150 ml trockener Weißwein (gerne Riesling)
- 400 g flüssige Sahne
- 150 g Gorgonzola
- Salz
- frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- frische Muskatnuss
- 800 g Kartoffeln (vorwiegend festkochend)
Zubereitung
- Den Bacon in feine Streifen schneiden und in Butterschmalz knusprig braten. Herausnehmen und bis zur Weiterverwendung auf Küchenkrepp abtropfen lassen.
- Die Zwiebel abziehen und entweder ganz fein würfeln oder reiben. Im Bratfett des Bacons sacht anschwitzen. Mit Weißwein ablöschen und sacht köcheln lassen, bis die Flüssigkeit des Weins fast vollständig verdampft ist. (Wenn du auf den Weißwein verzichest, überspringst du das Einköcheln der Flüssigkeit natürlich und gehst direkt zum nächsten Schritt weiter.)
- Den Gorgonzola in kleine Würfel schneiden und mit der flüssigen Sahne hinzufügen. Unter gelegentlichem Umrühren bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis sich der Gorgonzola aufgelöst hat. Mit Salz, frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und am besten ebenso frisch geriebener Muskatnuss abschmecken. Es darf alles in allem ein bisschen würziger schmecken (aber nur ein bisschen!), denn die Sahnesauce soll ja am Ende das komplette Gratin würzen. Beiseitestellen.
- Den Backofen auf 200 °C Ober-Unterhitze (180 °C Umluft) vorheizen. Die Auflaufform fetten.
- Die Kartoffeln schälen und in wirklich feine Scheiben hobeln. Natürlich kann man die auch schneiden, aber das ist schon Fummelskram, wenn man die Scheiben hauchdünn haben möchte.
- Auf dem Boden der Auflaufform eine dünne Schicht Sahnesauce verteilen und einige Baconbrösel darüber streuen. Anschließend eine ca. 1 cm Kartoffelscheiben flach einfüllen, auf die wiederum eine Schicht Sahnesauce kommt.
- Schritt 6 wiederholen bis die Kartoffelscheiben vollständig in der Aufflaufform geschichtet sind. Eventuell verbliebene Sahnesauce und Baconstreifen obendrauf verteilen.
- Mit Alufolie sorgfältig abdecken und mit dem Messer einige Löcher in die Folie stechen, damit die heiße, feuchte Luft teilweise entweichen kann. Auf mittlerer Schiene 40 Minuten im Backofen garen (bitte Garprobe machen).
- Anschließend die Alufolie entfernen und ca. 5–7 weitere Minuten backen, bis die Oberfläche hübsch gebräunt ist.
- Einen besonders hübschen Platz auf dem Tisch mit dem Weihnachtsessen finden und glücklich genießen!


