Kartoffeln aus eigener Ernte im Topf

Kartoffeln anbauen in Lappland

Hej Richard, liebe Grüße! 

Erklärung: Harald geht regelmäßig mit unserem Hund auf dem „Hausberg“ wandern. Dort hat er irgendwann Richard kennengelernt, ebenfalls mit Hund unterwegs. Zusammen reden sie manchmal über Lappland und auch diesen Blog, so kamen wir auf die Idee mit den Grüßen. 😉 Aber thematisch passt das minimal auch – jedenfalls insofern, dass wir hier in einer Gegend wohnen, in der viele Kartoffeln angebaut werden. Das wird nur noch vom Anbau von Zuckerüben getoppt!

Ein Geschenk von Onkel Bengt

Als wir diesen Juni in Lappland ankamen, hatte mein Onkel Bengt ein ganz besonderes Geschenk für mich. Am Rande der Einfahrt zu unserem Haus lag ein feinsäuberlich zerlegtes Hochbeet! 

Diese Art Hochbeet nennt man in Schweden „pallkrage“. Es besteht im wesentlichen aus einer Europalette als Basis, um die Außenwände gesetzt werden, wie ein Kragen. Denn pallkrage lässt sich entsprechend mit „Palettenkragen“ übersetzen. 

Jedenfalls fand ich das natürlich spitze und habe mich direkt daran gemacht, a) mit Maggi Säcke mit Erde aus Jokkmokk heranzuschaffen und b) das Hochbeet fertig zu machen.

Und so sah das aufgebaute Hochbeet dann aus:

Das fertig aufgebaute Hochbeet für Kartoffeln

Das ist ja wohl unglaublich stylisch, oder?

Die unterste Schicht besteht aus Ästen und Reisig, sonst erweist sich ein Hochbeet als ziemliches Millionengrab, weil man dann viel mehr Erde kaufen muss. Außerdem würde die Erde sonst ziemlich flott zwischen den Latten der Palette durchrutschen. Macht also sehr viel Sinn!

Kartoffeln anbauen nördlich vom Polarkreis?

Jaha, das habe ich vorher auch nicht geglaubt. Schließlich haben wir fest im Kopf, dass es im nördlichsten Norden von Schweden, eben hinter dem Polarkreis, übrigens auf gleicher Höhe wie Grönland, kalt ist und im Winter immer dunkel. 

Was wir dabei vergessen: Dafür ist es in der anderen Hälfte des Jahres deutlich heller. Und im übrigen bringt es auch Lappland im Sommer immer wieder mal auf 30°C. Nein, nicht unbedingt Klimawandel, das hat was mit einer speziellen Wetterlage zu tun, die manchmal im Sommer aus Sibirien rüberwabert, sagte man mir.

Das, was die Pflanzen von Oktober bis Ende Mai nicht schaffen, weil es zu dunkel und kalt ist, holen sie von Juni bis September wieder rein! Das schaffen sie, weil es nachts dann zum Beispiel im Juni gar nicht dunkel wird.

Bei Maggi durfte ich in den vergangenen Jahren miterleben, dass sie alles mögliche an Gemüse anbaut, auch wenn manches nicht ganz so üppig gerät, wie in unseren Breitengraden, sondern eher kompakter – dafür empfinde ich es so, dass die Ernte intensiver schmeckt, egal, ob Kräuter, Spinat, Salat oder Möhren. Ist wahrscheinlich eher ein „Konzentrat“. 😉

Ab ins Beet mit den Kartoffeln

Maggi hatte ein paar Setz-Kartoffeln für mich verwahrt, damit ich meinen ersten Versuch mit dem Hochbeet starten konnte. Wenn wir erst einmal mehr Zeit dort oben verbringen, werde ich das perfektionieren. Ich hab sogar schon Pläne für ein kleines Gewächshaus, Harald darf das bauen. Aber man kann ja schon mal klein anfangen und da war das Hochbeet ein toller Start.

Kartoffeln deswegen, weil sie nicht viel Pflege brauchen, weil wir ja noch nur im Urlaub vor Ort sind und uns gar nicht kümmern können. Man braucht die Pflanzen noch nicht einmal gießen – oder habt ihr schon mal Bauern Kartoffelfelder gießen sehen? Oder wie Maggi sagte: „Entweder es klappt oder eben nicht.“ 

Hab ich genauso gesehen, also ab mit den Kartoffeln in die Kiste! Ich hab da auch nicht viel Brimborium im ersten Anlauf betrieben, einfach ca. 30 cm Platz zwischen den Pflanzlöchern in alle Richtungen und gut war, circa 12 cm tief in die absolut lockere Erde, die Keime  möglichst nach oben gedreht. Vorsichtig bedecken, damit kein Keim abbricht, einmal angießen, fertig.

Das war Mitte Juni!

Nur 6 Wochen später

Als wir wieder Zuhause waren, erreichte mich nur 6 Wochen später folgendes Foto von Maggi:

Maggi als Größenvergleich neben den Kartoffeln im Hochbeet

Ist das nicht der Hammer? Nach nur SECHS Wochen!

Ich find das Foto gerade deshalb so genial, weil man dank Maggi einen tollen Größenvergleich hat. Sie ist normal groß.

Kartoffelernte Anfang September

Als wir im Herbst wieder oben waren, konnten wir die Ernte einfahren. Das war ein spannender Moment. Normalerweise sagt man, dass die Kartoffeln erntereif sind, wenn das Grün der Pflanze gelb wird und abstirbt. Maggi sagte, dass man darauf nicht zwangsläufig warten muss, also hab ich mich ans Werk gemacht. 

Zu dem Zeitpunkt sahen die Pflanzen so aus:

Kartoffeln - die Pflanzen bei der ersten Ernte

Nicht nur noch ziemlich grün, sondern auch stark und gesund – nullkommanull Schädlinge oder Krankheiten in Sicht.

Und entsprechend hübsch war die erste Ernte – das ist die Menge Kartoffeln von 2 Pflanzen:

Kartoffeln aus eigener Ernte im Topf

Na, also haben doch die dümmsten Bauern die dicksten Kartoffeln, yay!

Ich wiederhole noch einmal: Die Pflanzen sind nach dem Setzen nicht mehr gegossen worden, das hat die Natur über den Regen ganz allein erledigt.  Dass die auch noch unbeschreiblich lecker waren, brauch ich wohl kaum erwähnen. Ich finde, das sieht man denen von selbst an. 

Memo an mich: Ich brauche mehr Hochbeete

Das Ganze hat mir sehr viel Freude bereitet. Ich bin angefixt und will jetzt definitiv noch andere Sachen anbauen und testen. Also brauch ich weitere Hochbeete, Harald! 😉

Ich hatte nämlich zwischen die Kartoffeln noch Petersilie und Dill gesät, aber das Ergebnis war in Konkurrenz echt mau, wie man hier sehen kann:

Dill zwischen den Kartoffeln

Ja, es gibt noch viel zu lernen und experimentieren – einiges wird ganz sicher auch scheitern. Aber ich freu mich drauf

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