Beeren sammeln: Lingonpflanze

Bald kann ich wieder Beeren sammeln

Wenn du wie wir im Herbst in der urigen Landschaft Lapplands bist, kannst du sie gar nicht übersehen, die Beeren. Ich möchte fast behaupten, dass Beeren dort so wild wachsen wie in unseren deutschen Breitengraden Unkraut. Obwohl ich glaube, dass selbst die wildeste Löwenzahnpopulation da nicht mitkommt. So gibt es auf unserem Grundstück so gut wie gar kein Gras, aber Beerenstrauch an Beerenstrauch. Und mal definitiv Bio – 100%.

Beeren sammeln mach ich total gerne, denn erstens kann ich dabei richtig gut abschalten, alles andere um mich herum vergessen, zweitens scheint das steinzeitliche Sammler-Gen bei mir sehr ausgeprägt (ich liebe sinnvolle Vorräte) und drittens sind Beeren aus meiner Sicht auch noch unfassbar gesund. 

Darum hier jetzt ein etwas ausführlicheres Loblied zum Thema.

Beeren sammeln entspannt (mich) einfach

Wenn Harald und ich in Deutschland wandern, schweift sein Blick in die Weite. Mein Blick schweift gerne zum Boden! Ich habe nämlich eine Schwäche für wilde Pflanzen und Sträucher und freue mich unbändig, wenn ich zum Beispiel wilden Majoran, Mädesüß, leckere Pilze oder wilde Himbeeren finde. 

In Lappland bin ich hingegen eher auf Beeren fokussiert. 

Exkurs: Wobei es da auch total spannend aussehende oder riechende Pflanzen gibt, aber da kenne ich mich noch nicht aus. Ich möchte aber gerne mal eine geführte Wanderung mitmachen. Gibt es in Jokkmokk auch, aber leider anscheinend nicht dann, wenn wir dort oben sind. Bei Interesse kannst du da mal bei @evagunnare auf Instagram vorbeischauen. 

Und wenn man mich lässt, pack ich mich in reichlich Zwiebellook (mehrere Schichten Kleidung übereinander, damit mir nicht kalt wird) und eine robuste Hose und pflücke und rutsche auf den Knien langsam vorwärts und pflücke und rutsche weiter. 

Und auch wenn das optisch kein Highlight ist, es tut mir absolut gut und ich kann im Handumdrehen alles um mich herum vergessen. Da zählen nur noch die Beeren und das Gehirn geht solange woanders spazieren.

Übrigens sieht Harald das ganz anders als ich, er hasst pflücken! Er ist aber dafür unglaublich gut darin Beeren zu essen. 😉

Annika beim Beeren sammeln
Unterwäsche, Hemdchen, T-Shirt, dicker Kapuzenpulli UND stabiler Überzieher. Fragen?

Maggi ist weltmeisterlich in Beeren sammeln

Und doch bin ich eine banale Anfängerin im Verhältnis zu meiner Tante Maggi. Ich habe noch nie einen Menschen getroffen, der in der Saison so viele Beeren pflückt wie sie. Tatsachlich ist sie alljährlich erst dann wirklich zufrieden, wenn sie eine ihrer Tiefkühltruhen zur Hälfte (!) mit diesen fusselig kleinen Beeren gefüllt hat.

Ich erlebe ja im Herbst nur noch die Blaubeeren (Schwedisch Blåbär – sprich: BLOHBÄR) und Preiselbeeren (Schwedisch Lingon – sprich: Lingon), ihre Saison fängt aber schon weit vorher mit den Moltebeeren (Schwedisch Hjortron – sprich: Juchtronn)  und den wilden Himbeeren (Schwedisch: Hallon – sprich: Hallon) an.

So hat sie in diesem Jahr bereits ca. 40 kg Hjortron gepflückt. Und liebe Leute, DAS ist kein einfaches Spiel, denn diese Beeren wachsen dort, wo es sehr feucht ist, in Sümpfen und so. Dort pflückt es sich eher unbequem, weil man wohl eher nicht knien oder auf dem Boden sitzen kann. Plus dass jede Pflanze nur eine einzige Beere trägt! Und wer lungert millionenfach gerade in solchen Gebieten in Lappland wohl rum und freut sich über ein Schlückchen warmes Blut? Genau: Mücken! Ansonsten noch: Kriebelmücken – was ich noch anstrengender finde!

Übrigens: Ab September verschwinden sowohl Mücken als auch Kriebelmücken (Schwedisch: Knott – sprich: Knott) so langsam. Das lässt sich aushalten!

Kleiner Funfact am Rande: Wenn du nicht weißt, was das für Beeren sind, dann schau auf ein finnisches Exemplar der 2-Euro-Münze. Da ist die nämlich hinten drauf abgebildet. Gewusst? 

Beeren sammeln für die Gesundheit

Schauen wir mal auf die individuellen gesundheitlichen Aspekt der Beeren – auch dazu gibt es einiges zu sagen:

Generell: Wenig Kohlenhydrate!

Ja, tut mir leid, muss ich einfach erwähnen. Ist nämlich so. Solltest du also, wie ich LCHF oder einfaches Low Carb leben, sind Beeren obsttechnisch für dich die erste und beste Wahl. Prädikat: Empfehlenswert!

Blaubeeren

Blaubeeren sind kleine Vitaminbomben – sie liefern nennenswerte Mengen Vitamin A und C und unterstützen damit das Immunsystem. Außerdem enthalten ist ein Gerbstoff (Tannin), der entzündungshemmend wirkt und die Schleimhäute regeneriert. Außerdem sollen sie noch den Cholesterinspiegel senken und helfen wunderbar gegen Durchfall.

Wichtig: Damit meine ich jetzt nicht so die Kultur-Heidelbeeren, die es überall abgepackt in den Supermärkten gibt. Ich rede von den kleinen Beeren, die alles verfärben, wenn man sie zerquetscht. 

Moltebeeren

Moltebeeren enthalten recht viel Ascorbinsäure (Vitamin C) und Benzoesäure, was sie lange haltbar macht. Das zusammen machte sie schon früher bei den nordischen Seefahrern als Vorbeugung gegen Skorbut interessant.

Diese Beere ist übrigens nicht so mein Ding – sie schmeckt mir nicht wirklich. Harald hingegen liebt sie enorm. 

Preiselbeeren

Die Preiselbeere soll beruhigend, harntreibend, entzündungshemmend und antibakteriell wirken.

Darüber hinaus enthält sie eine nette Portion Vitamin C , dann noch die Vitamine B1, B2 und B3 und nicht zuletzt eine Dosis Chrom.

Himbeeren

Auch die Himbeere enthält fein Vitamin C für ein starkes Immunsystem, wirkt entzündungshemmende und hilft gegen Durchfall und auch Darmentzündung. 

Die Sache mit dem Vitamin C

Bevor du jetzt losläufst und dir vor lauter Freude über so viel Vitamin C losläufst und dir Marmeladen und Beeren-Tee kaufst… Das kannst du nämlich vergessen, denn Vitamin C verträgt erhitzen so gar nicht.

Das Vitamin C ist übrigens generell ein interessantes Vitamin, über das ich einen ordentlichen Artikel auf meiner großen Webseite LCHF.de abgelegt habe, nämlich hier: Vitamin C

Am besten folgst du also, was die Beeren betrifft, dem Ratschlag und lebst im wahrsten Sinne des Wortes „von der Hand in den Mund!“ Dann bekommst du wirklich die volle Dosis.

Beeren sammeln - lecker essen!
Haralds täglicher Beerenteller in Lappland: Himbeeren, Moltebeeren und Blaubeeren

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