Aufbau Bett

DIY: Das schönste Bett der Welt

Zwei Urlaube hatten wir nun schon ins unserem neuen Haus einfach auf Matratzen auf dem Boden verbracht. Morgens kroch ich teilweise steifgelegen erst einmal Richtung Türrahmen, bevor ich auf die Füße kam. Es war also klar: Es wurde höchste Zeit, sich um ein Bett zu kümmern!

Ein Königreich für ein Bett!

Jetzt könnte man meinen, dass das Anschaffen eines Betts nicht allzu kompliziert sein kann. Mag im Normalfall so sein, aber wir sind eben nicht normal…

Die harte Schule des Lebens hatte uns gelehrt: Die Matratze ist das wichtigste, dann vielleicht noch das Lattenrost, aber der Rest ist nichts als Deko.

Und da wir mit unseren neuen Matratzen zuhause total zufrieden waren, haben wir für Schweden kurzerhand die gleichen erstanden und sozusagen auf der ersten Fahrt nach oben „importiert“. 2 Stück á 200×80 cm. 

Auch „Made in Germany“-Lattenroste waren schnell gekauft, eben 2 Stück á 200×80 cm. 

Und schon hatten wir ein Problem...

Was wir auf gar keinen Fall wollten, war ein so in Schweden genanntes „Kontinentalsäng“, die derzeit le dernier cri dort sind (das sind sie in Deutschland auch, da heißt das aber „Boxspring-Bett“). Wir wollten am liebsten einen richtig alten Bettrahmen secondhand finden. Tsja, davon gab es aber total wenige und wenn, dann für ein Gesamtmaß von 180×200 cm – nicht die von uns benötigten 160×200 cm.

Auf die 160 cm Breite hatten wir uns übrigens geeinigt, da wir nicht so viel Raum fürs Bett im Schlafzimmer verscheuern wollten. Nur falls ihr euch fragt.

Klar hätten wir bei IKEA oder Jysk (formerly known as „Dänisches Bettenlager“) einen normalen Bettrahmen kaufen können, aber die haben uns weder von der Optik noch vom Material her überzeugt.

Harald - mein Held

Nachdem ich also im September erst einmal zwei Wochen morgens weiterhin zum aufrechten Gang gerobbt war, hab ich Harald vehement mein Leid geklagt. Das ging nicht mehr. Unerträglich.

Und so kam er auf die Idee, selbst ein Bett zu bauen. Entgegen aller Unkenrufe meinerseits hat er handwerklich nämlich Talent, er muss halt eben nur in Wallung geraten…

Mit nur wenigen Bleistiftstrichen auf Papier war seine Skizze fertig und ich begeistert. Einfach, schlicht, schnörkellos – Puschiwuschiges wollten wir beide nicht. Kühl und klar sollte es sein.

Von der Theorie zur Praxis

Ab ins Auto und auf ging es zu Bagge Bygg (Baustoffhandel) in Jokkmokk. Dort kauften wir einen Stapel Bretter, die wir für den Transport noch vor Ort mit einer schnöden Handsäge kürzten (4,5 m passen halt einfach nicht ins Auto), sowie einen Haufen Schrauben. Die weiße Lasur kaufte ich wiederum bei Kvikk in Jokkmokk. Die haben wir schon an den Wänden verstrichen und waren sehr zufrieden damit. 

Von da aus führte uns der Weg in Helges große Werkstatt, wo Harald sich an der riesigen Kreissäge daran machte, die Bretter in die nötige Form zu bringen. Helge war nicht da, hatte aber via Handy die nötige Einweisung in die Maschine gegeben.

Da hatte ich Schiss um den Mann, ich mag solche Sägen nicht! Also tat ich, was eine gute Frau tun muss und ging so lange nach draußen. 😀

Das Bett wird formvollendet

Zurück auf unserer Veranda hat er geschraubt und ich gehalten. Harald war Feuer und Flamme, die Augen haben nur so geleuchtet.

Und nach nur kurzer Zeit war unser Bett aufgebaut. 

Das Bett ist aufgebaut

Anschließend war mein Arbeitseinsatz gefragt: Ich durfte den Pinsel schwingen und habe das Werk weiß lasiert – natürlich auf jeden Fall unter der wachsamen Aufsicht unserer Hündin Norr, versteht sich!

Das Bett frisch lasiert

Hart fand ich wohl, das Bett nach dem Trocknen ins Schlafzimmer zu tragen. Junge, war das schwer! Ist halt massives Holz, ein wahrlich stabiles Teil, da wackelt nix.

Mit dem Ergebnis sind wir unendlich glücklich – ich persönlich hab noch nie so gut geschlafen wie in der ersten Nacht in diesem Bett!

Das Bett ist fertig

Das schönste Bett zu kleinstem Preis

Bretter, Schrauben und Lasur kosteten nur rund 100 Euro – der Stolz auf das Meisterwerk hingegen ist unbezahlbar.<3

4 Antworten

    1. Daaaankeeee. Das tut gut. Wir sind total glücklich damit, ich freu mich schon darauf, wenn wir das nächste Mal wieder da sind.

      Und hej, wenn diese C-Scheiß vorbei ist: trinken wir nochmal Kaffee auf dem Hausboot da? Das wär so schön!

      Umarmt von Annika

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