Zeit!

Ich hab es schon zuvor erwähnt: Die Uhren ticken in Lappland anders. Und das ist wahrlich ein wenig mehr als nur eine Redewendung, wobei sie natürlich nicht de facto anders ticken, jedenfalls nicht in unsere gängigen Maßeinheit „Zeit“! Wir lernten schnell: Zeit ist sehr relativ.

Im Clinch mit unseren Gewohnheiten

Zuhause bestimmt die Uhr einiges im Leben. Ich denke, dass das bei dir nicht anders sein dürfte. Wir hangeln uns von Termin zu Termin – und um pünktlich da zu sein, wo wir sein sollen, schauen wir sehr regelmäßig nach der Zeit, der Uhr. 

Ist dir schon einmal aufgefallen, wie viele Optionen wir im Alltag haben, auf die Uhr zu sehen, festzustellen, was die Zeit geschlagen hat? Wir haben Uhren am Arm (und sei es in Form der heutzutage so beliebten „Activitytracker“), auf dem Handy (und ich glaub fast, dass das die beliebteste Art ist, die Zeit abzulesen), im Auto, alternativ an den Bahnhöfen und Flugplätzen, an der Küchenwand meistens auch. Auf dem PC, Laptop oder Tablet wird die Zeit angezeigt und nicht zuletzt leben die meisten von uns mit der Zeiterfassung auf der Arbeit. Wir haben Wecker (oder nutzen dafür schon wieder das Handy) und wissen bei diversen TV-Sendungen ganz genau, wann die laufen. Beispiel dafür ist sicherlich die Tagesschau, jedenfalls für unsere Generation. Na, wann läuft die? Genau, um 20 Uhr. 

Wir sind eng mit der Uhr verbunden, alles erscheint irgendwie durchgetaktet. Ist ja durchaus wichtig, damit unsere Abläufe als Gemeinschaft sauber funktionieren. Wo kämen wir hin, wenn jeder einfach nach seiner inneren Uhr leben würde? Das gäb im Handumdrehen ein heilloses Chaos. Nicht zuletzt ist Pünktlichkeit in unserer Kultur eine Tugend, die wir von Generation zu Generation weitergeben.

Wenn Zeit plötzlich keine Rolle spielt

Zunächst einmal: Die Menschen in Lappland leben ebenso nach der Uhr wie wir. Sie sind schließlich ebenfalls berufstätig und haben Termine. Da gilt das gleiche wie bei uns – nicht das hier ein falscher Eindruck aufkommt! 

Aber Harald und ich sind dort oben im Urlaub, wir brauchen keine Termine einzuhalten. Wir müssen maximal bei Bedarf die Öffnungszeiten der Geschäfte im Auge behalten, falls wir von dort etwas brauchen, oder eben pünktlich bei der Abreise am Flughafen sein. Ansonsten sind wir zeittechnisch frei. Gleichzeitig sind wir nicht in einem Hotel eingebucht, mit Frühstück, Halbpension oder Vollpension inklusive, Essenszeiten interessieren uns daher nicht. Unser Animationsprogramm ist ebenfalls nicht zeitgebunden, wir animieren uns selbst, wenn wir das wollen.

Zunächst ungewohnt

Dennoch brauchen wir etwas Zeit, bis wir uns daran gewöhnt haben, es hat etwas von einer ganz speziellen Form von Jetlag! Es gibt nämlich im ganzen Ferienhaus keine Uhr – weder an den Wänden, noch am Herd oder in Form von Weckern. Klar, wir haben unsere Handys dabei, aber da dort am Haus ein Funkloch ist, mit Ausmaßen eines schwarzen Lochs, legen wir die recht zügig aus der Hand, schließlich lässt sich damit ohne Verbindung zur Aussenwelt recht wenig anfangen. 

Anekdote: Ich erwisch mich dennoch immer mal dabei, dass ich mit dem Handy in Händen und hochgestreckten Armen wild fuchtelnd um das Haus renne, in der Hoffnung, gute Empfangsvibrationen zu ernten – ja, ich weiß, dass das nichts bringt. Übrigens kann das auf dem nächstbesten Fjäll schon wieder ganz anders aussehen. Da bist du im Nichts und hast nicht selten 4G Empfang. Etwas, was wandern dann für mich doch ein wenig attraktiv machen kann.

Harald gelingt die Umstellung auf „fast zeitlos“ übrigens deutlich besser als mir. Die ersten Tage schrecke ich beim Aufwachen hoch und die erste Frage ist traditionell: „Wie viel Uhr ist es?“ „Mensch, ist doch egal“, knurrt es daraufhin neben mir im Bett. Mein Inneres hätte anfänglich aber gerne eine Orientierung, das macht unruhig! 

Aber nach 2-3 Tagen bin dann selbst ich entspannt genug, um eben nicht aus dem warmen Bett zu kriechen, mein Handy zu suchen und es anzuschalten (Akku ist wichtige Ressource, aufladen ist mangels Steckdosenstrom nicht wie gewohnt möglich), nur um mein Nervenkostüm zu beschwichtigen. Ja, ich darf einfach ohne Zeit leben. Nein, ich muss keine Zeiten einhalten. Irgendwann komm ich einfach an.

Wildnis ist: Mit dem Tageslicht leben!

Auch wenn es keine Uhr gibt, weder mechanisch noch digital, gibt es da zwei Parameter, die uns zeittechnisch leiten, nämlich zum einen der eigene Biorhythmus, der zum anderen wiederum irgendwie schon an das vorhandene Tageslicht gekoppelt ist. Du wachst irgendwann auf, weil es draußen hell ist und du ausgeschlafen bist. Du isst, weil du Hunger hast. Am Abend wirst du nach einem Tag an der frischen Luft von selbst müde, spätestens wenn es dunkel wird und die einzigen Lichtquellen Kerzen und ein Feuerchen sind. Es gibt schließlich nur bedingt elektrisches Licht, und gar keinen Fernseher oder PC, die dich künstlich wach halten könnten. Gerade am Abend führt das dazu, dass wir eigentlich schon gegen 21 Uhr reif fürs Bett sind und alles geben, um die Augen irgendwie noch eine Weile offen zu halten. 

Am Lagerfeuer die Zeit vergessen
Am Lagerfeuer die Zeit vergessen

Mittlerweile hat Bengt LED-Lämpchen an wesentliche Stellen montiert, beispielsweise als Nachtlicht am Bett, am Sofa, wenn wir ein wenig lesen möchten oder an der Arbeitsplatte in der Küche, damit wir sehen, was wir kochen. Diese Lampen werden über ein Solarpanel gespeist, sollten aber stets sparsam verwendet werden, um die in der Batterie gespeicherte Sonnenenergie zu schonen. Sonst stehst du eines Tages im Dunklen, wenn du es wirklich dringend brauchst. Das willst du ganz sicher nicht. 

Zeitlos leben - ein wesentlicher Erholungsfaktor!

Wir sind überzeugt davon, dass gerade die Zeitlosigkeit es macht – dafür sorgt, dass wir uns im Handumdrehen entspannt und erholt fühlen. Solltest du die Chance bekommen, probier es doch einfach mal aus. Prädikat: Absolut empfehlenswert. 

Das passende Lied darf nicht fehlen

„Die Zeit tickt die Ecken rund und die Dornen von den Rosen“ 

<3

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