Zelt für die Fahrt nach Lappland

Kompetent ein Zelt auswählen? Kann ich!

Seit wir nach Lappland fahren spricht Harald davon, ein Zelt anzuschaffen. Das gehört schließlich irgendwie doch zum Outdoor-Leben und lässt sich vielfältig einsetzen. Zum Beispiel als Übernachtungsmöglichkeit bei Wanderungen zu Zielen, die eben nicht mit einem Tag Fußmarsch zu erreichen sind, vor allem wenn man mit mir unterwegs ist. Ich bin nämlich nicht gerade die Speedy Gonzales unter den Wanderinnen.

Aktuell wurde die Idee jetzt, da wir im Herbst mit dem Auto nach Lappland fahren werden und bei der Länge der Stecke eben unterwegs übernachten müssen. Im Zelt. Fand zumindest Harald. Und ich muss zugeben, dass er sich rückblickend extrem geschickt angestellt hat, um mir die Sache mit dem Zelten von hinten durchs Auge schmackhaft zu machen. Respekt!

Ein Zelt und ich sind bislang wenig kompatibel

Als Kind fand ich zelten total toll. In meiner Familie gab es allerdings keinerlei Zelt-Kultur, wir waren nie campen. Und doch: Wenn irgendwer irgendwo mal ein Zelt zum Beispiel im Garten stehen hatte, lag ich irrsinnig gerne darin. Es war enorm gemütlich, trug den großen Duft von Abenteuer und Plastik oder Gummi. Besonders wenn das Zelt den ganzen Tag in der knallenden Sonne gestanden hatte. Vermutlich waren das wohl eher Ausdünstungen von Weichmachern in Gummi und Plastik, BPA (Bisphenol A – Link führt zu Wikipedia) oder so – heute käme das einer mittelschweren gesundheitlichen Katastrophe recht nahe. Aber egal, ich fand das damals „lecker“ – ebenso wie ich die noch „echten“ Kleber oder Benzin und Zinkpaste gegen Entzündungen geruchstechnisch „lecker“ fand. 

Meine Begeisterung für das Zelten endete aber schon damals übrigens an dem Punkt, an dem man in dem Zelt tatsächlich schlafen sollte. Ich bin nämlich ein echtes Hasenherz, ein Feigling par excellence! Dazu brauch ich ein Haus. Drinnen. Geschlossen.

Meine gebündelten Argumente gegen das Zelten

  • Insekten – Mücken, Zecken, Ameisenstraßen
  • Wetter – Starkregen und Gewitter
  • Gruselige Geräusche – schließlich geht es mit Harald natürlich nicht auf einen gesicherten Zeltplatz!
  • Rücken – was, wenn ich am nächsten Tag nur noch aus dem Zelt kriechen kann? Oder nachts da liege und alles tut weh?

Hättest du mich noch vor ein paar Monaten gefragt, ob ich jemals zelten würde, hätte ich dich lauthals ausgelacht. Niemals! 

Cleveres Taktieren!

Aber Harald wäre nicht Harald, wenn er nicht wüsste, wie er mich taktisch geschickt um den Finger wickeln und (fast) für etwas begeistern kann. Nach 26 Jahren Ehe sollte man das aber auch drauf haben, nicht wahr? Er hat daher immer wieder das Abenteuer Zelten in den schönsten Farben ausgemalt, nicht zu intensiv, in perfekter Dosis. Dazu kam die Überzeugungsarbeit, dass es schlicht praktisch sei, Zeltequipment zu besitzen. Das zusammen mit der positiven, olfaktorischen Kindheitserinnerung sowie der Tatsache, dass ich meinen Mann natürlich ab und an gerne glücklich mache, hat mich mürbe gemacht. So sagte ich in einem schwachen Moment JA zum Zelten – und noch bevor ich meine Aussage revidieren konnte, hatte Harald mich „beschenkt“. Und zwar damit: 

Schlafsack und Luftmatratze fürs Zelt

Hmpf. „Nachtigall, ick hör dir trapsen!“

Von der Kunst der kompetenten Auswahl eines Zeltes

Damit war der Grundstein gelegt und Harald widmete sich der Aufgabe, das richtige Zelt für uns zu finden. 

Wenn er wichtige Produkte auswählt, ist er sehr gründlich! Er liest zunächst das Internet fast leer, um umfassend informiert zu sein und zu wissen, worauf bei der Auswahl und dem Kauf zu achten ist.  Darin ist er sehr akribisch und daher kann ich mich absolut darauf verlassen, dass wir am Ende auch wirklich die beste Wahl für unsere Belange getroffen haben. 

Er las also Texte, Bewertungen, sah sich Youtube-Filme über Zelte an. Er schrieb an die Hersteller, wenn er Fragen hatte. 

Rund zwei Wochen später servierte er mir daher in einem ruhigen Moment die finale Auswahl an Zelten, damit wir uns nun endgültig entscheiden könnten. Daher servierte er mir eine Liste mit vier Zelten, den dazugehörigen Abmaßen, Packmaßen, Wassersäulen (Link führt zu Info auf Bergzeit.de), dem jeweiligen Gewicht und Preisen. Und ich sollte das nun mit entscheiden. 

Nichts leichter als das, oder?

Für meine hoch kompetente Entscheidung habe ich exakt nur eine Frage gestellt. Die wichtigste von allen, Ladies! Welche ist das? Genau!

Welche FARBE haben die Zelte denn?

Harald schaute mich kurz ein wenig sprachlos an, bevor er diese Frage aller Fragen beantwortete. 

Tsja, was soll ich sagen. Jetzt haben wir ein Zelt, das zu meinem inneren Feng-Shui und Farbgefühl passt. Denn eins ist klar: Ich würde niemals in einem blauen oder einem senfgelben Zelt schlafen. Pah!

P.S.1: Die Farbe des Zeltes ist auf dem Foto ganz oben nicht richtig getroffen. In echt ist die etwas weicher, nicht so grell. Und ein Anti-Falten-Filter hätte dem Zelt auf diesem Foto auch besser gestanden. Seufz. 

P.S.2: Drückt Harald die Daumen, dass ich zelten tatsächlich mag, denn sonst kann die Farbe auch nichts mehr retten. 😉 

4 Antworten

  1. Ich liebe diesen Blogeintrag. So müsste ich meinen Mann auch mal zum Zelten überreden- mit der Farbe!!!! Danke für das Lachem an diesem Morgen und für den interessanten Blog, den ich dann erst mal leer lese:)
    Geertje von der nordicfamily

    1. Hallo Geertje,

      jaha, SO geht das. Das klappt bestimmt auch bei deinem Mann. .D Schön, dass uns auch bei Instagram gefunden hast. Ich melde mich später noch auf deine Nachricht!

      Liebe Grüße,

      Annika

  2. Hi, Hier wieder Lars, dee schwede. Schöner Blog..
    Von zelt und farbe kan ich gerne xum beispiel MSR Hubba Hubba emphelen, für ein leichtes zelt das gut einschmelzt, aber eher für sommer.
    Sonst definitiv ein Hillebergzelt kaufen. Teuer aber gibt es auch gebraucht. Keron, GT, ist ein „bomb shelter“ perfekt für lapland. Für leichter ist zum beispiel Nallo 2 GT auch gut. Denke du brauchst some space mit dein mann. Bin denke ich ein bissjen zelt nörd. Wunsche die eine gute introduction für das „billion star hotel“. Nach ein paar Sonnenuntergänge wird es gewohnungsbedurftig.))

    1. Hej Lars,

      danke für die Tipps. Ja, Hilleberg hört man immer wieder und die anderen geb ich mal meinem Mann weiter. In diesem Jahr testen wir ja erst einmal, ob das überhaupt etwas für uns ist. Wenn es uns gefällt, dann denkt man sicherlich irgendwann auch über ein richtig tolles Zelt nach.

      Ganz liebe Grüße an dich! Ich hoffe, es geht dir gut.

      Annika

      P.S: Du kan gärna skriva pa svenska om du vill. 🙂

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