Geschiirr, um das ich feilschen musste

Feilschen wie auf dem Bazar

Was tut man, wenn man leider in der aktuellen Situation nicht nach Lappland ins Häuschen kann? Genau, man suhlt sich in Vorfreude und konzentriert sich auf das Equipment, was man dort noch brauchen kann. Und wie getreue Leser an der Stelle schon wissen: Harald und ich sind sehr verschieden – und so ist das halt auch mit der Festlegung, was wir überhaupt dort oben brauchen und was nicht. Und ZACK stecken wir immer wieder in einem verbalen Schlagabtausch und feilschen teilweise härter als jeder Durchschnittstourist auf einem Bazar!

Aktuellstes Beispiel

Zuletzt ging es um…

a) die zauberhaften, grauen Tassen (Bild oben)

Die habe ich mal vor etlichen Jahren in Südschweden gekauft und mit ins Büro genommen. Da habe ich aber schon diverse und DIESE Tassen passen ja wohl 100% in mein Farbschema für die Inneneinrichtung, oder? Erinnerst du dich? Das ist das hier:

Feilschen auf Grundlage meiner Farbkarte

Ich warf also als Pro-Argument nicht nur die Farbkarte ein, sondern auch, dass ich dafür kein frisches Geld ausgeben brauchte, dass die schwedisches Design sind (Rörstrand) und somit einfach dahin müssen. Das Ganze rundete ich mit der phantasievollen Beschreibung ab, wie wir in Zukunft in den (noch zu kaufenden) grauen Ohrensesseln sitzen und durch die großen Fenster in die Natur schauen würden, dampfender Tee in ebenjenen Tassen!

Seine erste Reaktion? 

„Ich trinke nur Kaffee!“, sprach er.

„Na, das lässt sich ja wohl machen“, versprach ich. 

Seine zweite Reaktion? Er versuchte es noch schwach damit, dass wir dort oben doch schon Tassen hätten, aber das Argument schlug ich (aus meiner Sicht), indem ich ihn darauf hinwies, dass die Tassen dort oben viel kleiner seien und nicht so grau!

Was tat er? Rollte mit den Augen.

Ach komm, Augenrollen ist ja wohl ein Okay, oder? Also hab ich die mal flugs zum Verpacken gelegt!

b) überdimensionierte "Suppenteller" (auch Bild oben)

Für die hatte ich auch diverse (Annikastyle) Argumente! Ha!

  • Die sind ungelogen 20 Jahre in meinem Besitz
  • Davon habe ich 12 Stück in Deutschland, also eh viel zu viele
  • Die passen nicht in die Spülmaschine, weil die zu groß sind, daher findet Harald die eh unpraktisch hier. In Lappland muss ich sowieso von Hand spülen – passt also total.
  • In keinem anderen Gefäß lassen sich Salate und Suppen hübscher anrichten. Echt!

Gut, das gab dann schon erst einmal etwas mehr Gezeter bis das erlösende Augenrollen kam. Dann hab ich sie aber ebenso hurtig ebenfalls zum Verpacken gestellt.

Aus den Augen, aus dem Sinn!

Ich hab nämlich gemerkt, dass es keine weitere Diskussionen mehr gibt, sobald die Gegenstände  erst einmal gut verpackt und ins Lappland-Regal (wir haben eben ein Regal, in das wir bis zur nächsten Reise alles einräumen, was mit hoch soll!) im Keller geräumt sind. Dann kommen die auch mit auf die Reise.

Also hoff ich. Nicht, dass das ein neuer Trick von ihm ist, die dann einfach aus dem Weg zu schaffen? Weil Harald meine latente Vergesslichkeit für sich ausnutzt? Aus den Augen, aus dem Sinn gilt nämlich irgendwie manchmal leider auch für mein Gehirn.

Wehe! Na, ich werde berichten. 

Unterschiedliche Interessen führen zum Feilschen

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass ich mit jemandem, der sich Schneeschuhe (!) für dort oben zugelegt hat, gar nicht so hart feilschen müsste, oder? Die finde ich nämlich in der Tat viel unwichtiger als alles, was ich mitnehmen möchte.

Eigentlich braucht er doch nur zu akzeptieren, dass ich, als amtierende Dekoqueen der Familie, einfach ein ebenso starkes Interesse für Inneneinrichtung habe, wie er für Outdoor-Zeuchs. Das kann doch nicht so schwierig sein.

Aber leider ist das so eine Sache mit der theoretisch nicht von der Hand zu weisenden Logik – Harald widersetzt sich meinen Ansichten nämlich recht renitent bisweilen! Und so muss ich eben doch feilschen… Pöh!

Meanwhile in the north of Sweden

Und während ich am Ende doch meinen Teilsieg sicher in Verpackungsmaterial hülle, auf dass sie griffbereit in unserem Lappland-Regal liegen, erreichten uns Fotos von Maggi.

Sie war nämlich heute mit Bengt und Helge bei unserem Häuschen und bei der Gelegenheit haben Sie meine Secondhand Nachttische dort hingebracht. DANKE!

Sie haben dann auch gleich dort Fika (ganz spezieller schwedischer Begriff – Link führt zur Erklärung auf Wikipedia) gemacht – herrlich, oder?

Fika an der Stuga, während wir Zuhause feilschen

Nein, mit dem Auto kommt man im Moment noch nicht wieder ans Ferienhaus ran, der Schnee liegt noch gut 1 m hoch. Maggi schrieb, der Schnee sei total vereist und hart jetzt.

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