Beitragsbild Haralds stol

Haralds Stol – ein ganz eigener Platz

Es gibt da einen Gegenstand, der eigentlich DAS Symbol für unsere Zeiten in Lappland ist: Haralds Stol. Stol heißt Stuhl auf Deutsch – und was es mit Haralds Stuhl also auf sich hat, das möchte ich euch heute erzählen. 

Vom ersten Urlaub in Lappland an...

… hatte uns ein sehr, sehr starkes Gefühl für die Gegend gepackt. Man sagt ja gerne „Das Fieber hat uns gepackt“, aber das ist es eher nicht. Denn unter Fieber verstehe ich etwas eher Hitziges, Actionartiges, aber das, was uns da „gepackt“ hatte, war eher die Einfachheit, die Ruhe, die Stille und die (Achtung Floskel) atemberaubende Schönheit der Natur. 

Genau das spiegelt sich ja bereits in einigen der anderen Artikel auf dieser Webseite wieder, jedenfalls hoffe ich das, denn es ist nicht immer so einfach, die Gefühle, die man hat, in die passenden Worte zu formen. Damit meine ich Artikel wie z.B. über

Ach was, eigentlich alle so ein bisschen, die im Blog hier zu finden sind. Sonst wären wir sicherlich auch eher nicht auf die Idee gekommen, uns dort etwas eigenes zuzulegen, nicht wahr?

So verschieden Harald und ich sind, so verschieden sind unsere eigenen Rituale, wenn es darum geht, das zu genießen – wobei ich generell eher weniger zu Ritualen tendiere als er.

Der alte Mann und der See

Exkurs: Da sind sie wieder, die Tücken der Technik, denn eigentlich wollte ich, dass die Überschrift hier so heißt und aussieht: Der alte Mann und das Meer der See. Aber die Technik lässt mich in der Überschrift nichts durchstreichen. Pöh, dann musst du dir diesen kleinen „Kalauer“ eben denken! 

Harald entwickelte bereits im ersten Urlaub in Schwedisch Lappland eine gewisse Bindung zum Karatssee, der direkt am Ferienhaus liegt, und daraus wiederum entstand im Handumdrehen ein Ritual, dass er seitdem penibel wie folgt auslebt:

Und zwar begrüßt und verabschiedet er sich jedes Mal persönlich von diesem Gewässer! Das tut er, indem er sich schlicht ein paar Minuten Zeit nimmt, um über das Wasser zu schauen und dieses Gefühl und diesen Anblick noch einmal in sich aufzunehmen und irgendwie bis zum nächsten Besuch zu konservieren. 

Ehrlich? Das ist aber auch ein ganz besonderer Anblick, vielleicht kannst du das ein wenig nachvollziehen, schau selbst:

Haralds Stol: Blick über den Karatssee

Ich kenne keinen Landschaftsanblick (mir fällt das richtig Wort nicht dazu ein. Sei’s drum, du verstehst mich schon), der so unterschiedlich aussehen kann wie dieser, abhängig von Licht, Witterung und Jahreszeit. Das ist unglaublich. Denn oben über diesem Beitrag, das ist haargenau der gleiche See wie auf dem Bild hier! Ist schon ein wenig magisch, oder?

Dass Harald den See begrüßte und verabschiedete, blieb dem Rest der Familie, also Maggi und Bengt nicht verborgen. Und so ergab es sich, dass kurz vor unserem nächsten Besuch dort oben folgendes Foto auf Haralds Facebook-Timeline auftauchte, eingestellt von meinem Onkel!

Haralds Stol von Bengt fotografiert
Haralds stol - Foto: Bengt

Da sie sich auf unseren kommenden Besuch freuten, hatten sie ihm schon „seinen“ Stuhl an die Kante des Sees bereitgestellt – und ihn mit „Haralds stol“ beschriftet! Wir haben kräftig gelacht und uns natürlich ebenso gefreut, denn mal im Ernst: Da kann man sich doch nur willkommen fühlen. <3

Hatten wir dort oben damals sonst noch nichts eigenes, Harald hatte einen Stuhl! 

Den nutzte er fleißig entsprechend seiner Bestimmung: Der See wurde Jahr für Jahr begrüßt und verabschiedet. 

Der Zahn der Zeit

Da der Stuhl natürlich dort blieb, wo er hingehört, nämlich am See, kam der Zahn der Zeit vorbei und nagte unerbittlich daran. Daher geschah eines Tages, was geschehen musste: Der Stuhl ging kaputt. 

Wir wurden selbstredend umgehend über dieses Malheur informiert und waren echt traurig. Es dauerte jedoch nicht lange und eine neue Bildnachricht von Bengt tauchte in Haralds Timeline auf: 

Haralds Stol - die "Inschrift"
Haralds neuer Stuhl - Foto: Bengt

Maggi und Bengt hatten Haralds Stol 2.0 organisiert und ordnungsgemäß beschriftet. Ist das nicht schön? Dieser Stuhl hält seitdem – möge er noch viele Jahre halten!

Zaungäste

Wenn ich ehrlich bin, haben Maggi, Bengt und ich im Zusammenhang mit Haralds See-Ritual ein eigenes geschaffen. Wir beobachten ihn nämlich heimlich dabei. 

Wenn „es Zeit ist“, dass Harald seinen Weg zum See einschlagen müsste, beobachten wir ihn wie die Habichte ein Huhn. Und kaum hat er seine Stiefel angezogen und schlendert, freudig von den Hunden des Hauses begleitet, unauffällig über den Weg runter zum See, schleichen wir, ähnlich unauffällig, auf die Veranda, um ihn bei seinem Ritual zu beobachten.

Wir tun dabei so, als ob wir es witzig fänden, tatsächlich berührt es uns aber mindestens in gleichem Maße. 

Dennoch muss ich einfach bei dem Gedanken von uns Dreien auf der Veranda an die legendären Waldorf & Statler der Muppet-Show denken, die alten Herren in der Loge, die alles kommentieren.

Wir lesen uns! 

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